Stabile Lösungen für begangene Bereiche
Mit der neuen FQP-Richtlinie „Gebundene Tragschichten aus leichten Gesteinskörnungen im Pflasterbau in begangenen Bereichen“ liegt eine praxisnahe Grundlage für Planung und Ausführung von Pflaster- und Plattenflächen vor. Sie ergänzt bestehende Regelwerke für begehbare Flachdächer, Terrassen und Stufen im Außenbereich und fasst den aktuellen Stand der Technik für gebundene Tragschichten mit leichten Gesteinskörnungen, zum Beispiel Blähton, zusammen.
Die Richtlinie zeigt, wie leichte Gesteinskörnungen unter Pflaster- und Plattenbelägen aus Betonstein, Naturstein oder keramischen Produkten eingesetzt werden können. Im Fokus stehen begangene Bereiche; befahrbare Flächen werden ausdrücklich nicht behandelt.
Die wichtigsten Vorteile auf einen Blick
- Geringes Bauteilgewicht: Leichte Gesteinskörnungen besitzen ein deutlich geringeres spezifisches Gewicht als herkömmliche Gesteinskörnungen. Dadurch lassen sich Konstruktionen entlasten und Transport- sowie Bauteilgewicht reduzieren.
- Ideal für Höhenausgleich: Durch das geringe Gewicht und die Lagestabilität eignen sich gebundene Schichten aus leichten Gesteinskörnungen besonders für Höhenausgleichsschichten, etwa wenn Sollhöhen sicher erreicht werden müssen.
- Wasserdurchlässige Konstruktionen: Als Pflasterdrainbeton beziehungsweise Grobkornbeton können leichte Gesteinskörnungen zu wasserdurchlässigen Tragschichten verarbeitet werden. Das unterstützt eine Konstruktion, bei der Wasser nach unten abgeführt wird und Staunässe vermieden werden kann.
- Schutz vor Frost- und Feuchteschäden: Bei geeigneter Planung und Ausführung können wasserdurchlässige Aufbauten Schäden durch Staunässe, Frost und Feuchtigkeit reduzieren.
- Lagestabile Ausführung: Gebundene Tragschichten bieten eine stabile Grundlage für Pflaster- und Plattenbeläge und können auch bei anspruchsvollen Anschluss- oder Höhensituationen eine saubere Baustellenführung unterstützen.
- Selbstverdichtende Verarbeitung: Pflasterdrainbetone mit Blähton-Gesteinskörnungen werden üblicherweise einlagig eingebaut und nicht mit Rüttelplatten verdichtet. Das erleichtert die Verarbeitung auf der Baustelle.
- Wärmedämmende Eigenschaften: Leichte Gesteinskörnungen wie Blähton können zusätzlich wärmedämmende Eigenschaften mitbringen und dadurch in bestimmten konstruktiven Situationen einen Zusatznutzen bieten.
- Anpassbare Eigenschaften: Über das Mischverhältnis von Bindemittel und leichter Gesteinskörnung kann die Zielsetzung der Konstruktion beeinflusst werden – etwa geringeres Gewicht, höhere Wasserdurchlässigkeit oder höhere Tragfähigkeit.
Worauf bei Planung und Ausführung zu achten ist
Damit die Vorteile leichter Gesteinskörnungen in der Praxis zuverlässig genutzt werden können, kommt es auf eine fachgerechte Planung und Ausführung an. Die Richtlinie empfiehlt unter anderem wasserdurchlässige Konstruktionen, den Schutz vor aufsteigenden Feinteilen aus bindigen Untergründen sowie eine sorgfältige Abstimmung von Wassergehalt, Kornfraktion und Bindemittelanteil. Bei Flächen, bei denen Winterdienst mit Tausalz nicht ausgeschlossen werden kann, sind tausalzbeständige Produkte zu wählen; der Einsatz von Blähton wird in solchen Fällen nicht empfohlen.
Fazit
Leichte Gesteinskörnungen bieten im Pflasterbau für begangene Bereiche viele Vorteile: Sie reduzieren Gewicht, ermöglichen stabile Höhenausgleichsschichten, unterstützen wasserdurchlässige Aufbauten und eröffnen zusätzliche konstruktive Möglichkeiten. Die neue FQP-Richtlinie schafft dafür eine wertvolle Orientierung für Planer, Ausführende und Fachbetriebe.
Unser Tipp: Wer Pflaster- und Plattenflächen in begangenen Bereichen plant oder ausführt, sollte die Richtlinie als fachliche Grundlage heranziehen und die objektspezifischen Anforderungen bereits in der Planungsphase berücksichtigen.
Die Richtlinie ist nur als Download verfügbar!
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